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Ratgeber Trauerfall

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist für die Hinterbliebenen immer mit großer Trauer, aber auch mit viel Aufwand verbunden. Neben aller Emotionalität der Betroffenen, sind jedoch auch zahlreiche rationale Aufgaben, Fragen und Erledigungen zu tätigen. Der hier veröffentlichte Ratgeber soll Sie im Vorfeld über Diese informieren und Ihnen Tipps zur bestmöglichen Bewerkstelligung geben.

Von den „Ersten kritischen Stunden“, über die Notwendigkeit eines Totenscheins, "Ämtern und Behördengängen" und „Erbe und Testament“ wird gezeigt, wie Ihnen unnötiger Ärger, Auseinandersetzungen zwischen Hinterbliebenen und mehrmalige Besuch der Ämter wegen z.B. vergessener Papiere erspart bleiben.

Wichtige Informationen erhalten Sie zudem über den „virtuellen Nachlass“, um auch nach dem Ableben das Abbild einer Person im Internet zu regeln. Leider kommt es auch im Trauerfall des Öfteren zu Betrugsversuchen. Erfahren Sie hier, wie Sie sich vor ihnen schützen können.

Der Ratgeber soll Betroffenen einen ersten Einblick in das Thema Trauerfall ermöglichen. Im konkreten Einzelfall ist auch empfehlenswert - für eine bestmögliche Beratung - einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Aber auch das Gespräch mit der Familie, Bekannten und Freuden kann dazu beitragen, Erfahrungen Anderer zu Nutzen.

Die ersten kritischen Stunden

Aufwühlend und erschütternd: Wie angehörige in den ersten Stunden sich fühlen. © Rynio Productions - fotolia.comDer Tod eines nahestehenden Menschen wirkt für die Hinterbliebenen immer erschütternd und aufwühlend. Doch trotz des Schocks und der Trauer verlangen in den ersten 36-48 Stunden einige wichtige Aufgaben nach der Aufmerksamkeit der Angehörigen. Unverzüglich muss ein Arzt einbestellt werden, der nach Feststellung der Todesursache einen Totenschein ausstellt.

Nur mit dem Totenschein kann der Sterbefall dem Standesamt angezeigt werden. Benötigt werden darüber hinaus die Geburtsurkunde des Verstorbenen sowie gegebenenfalls der Nachweis über die Eheschließung, damit das Standesamt die Sterbeurkunde ausstellt. Die Urkunde ist das zentrale Dokument, um im Schriftverkehr der folgenden Monate mit Banken, Versicherungen und Ämtern den Todesfall nachzuweisen. Die Frist bis wann ein Todesfall dem Standesamt spätestens zu melden ist, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland, überschreitet aber zwei Tage im Regelfall nicht.

Nicht nur die Behörden auch durch den Sterbefall ausgelöste Versicherungen (zum Beispiel Lebens-, Unfall- oder Sterbeversicherung) verlangen nach rascher Benachrichtigung. Hier schnell zu handeln, kann später Auseinandersetzungen bei der Auszahlung vermeiden.

Auch ein Bestattungsunternehmen ist als bald auszuwählen. Trat der Tod zuhause ein, ist nur der Bestatter zum Transport des Leichnams befugt. Wiederum entscheidet Landesrecht, wie lange der Leichnam privat aufgebahrt werden kann, zwei Tage dürfen in jedem Fall nur mit Ausnahmeantrag überschritten werden. Beim Tod in einem Krankenhaus oder Pflegeheim entfällt zwar die Dringlichkeit der Überführung, dennoch muss nach 4 bis 11 Tagen die Bestattung vollzogen werden. Ungeachtet des geringen Zeitfensters ist bei der Wahl des Bestatters Obacht geboten. Grundsätzlich werden die meisten Unternehmen den Hinterbliebenen die Mehrzahl organisatorischer Aufgaben abnehmen, darunter auch viele Behördengänge. Die Preise hierfür können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. In jedem Fall ist es wichtig sich einen detaillierten Kostenvoranschlag aller anfallenden Kosten, inklusive externer Gebühren, z.B. des Friedhofs, anfertigen zu lassen. Auch kann es ratsam sein, wenn eine durch den Trauerfall weniger stark betroffene Vertrauensperson die Vertragsverhandlungen übernimmt oder begleitet.

Nahestehende Verwandte und Freunde des Verstorbenen zu informieren, ist eine weitere nicht minder schwerwiegende Aufgabe der ersten Stunden. Der Austausch mit anderen Angehörigen hält neben Beistand und Trost auch die Möglichkeit bereit, die vielfältigen und zeitaufwendigen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Todesfall aufzuteilen und gemeinsam zu tragen.

Bestattung und Trauerfeier

In Deutschland gilt die Bestattungspflicht © Kzenon - fotolia.comFür Hinterbliebene kann der Bestatter eine wichtige Hilfe zur Orientierung und Entlastung sein, weil er über die eigentliche Beisetzung hinaus viele organisatorische Aufgaben übernehmen kann. Da in Deutschland Bestattungspflicht besteht, ist das Einschalten eines Bestattungsunternehmens zudem zwangsläufig notwendig. Je nach Bundesland muss die Bestattung zwischen 4 und 11 Tage nach dem Tod erfolgen, Ausnahmen sind zumeist möglich.

Bereits die Wahl des richtigen Bestattungsunternehmens ist nicht immer einfach, da es nicht nur eine Frage des Preises und der Servicequalität ist, sondern häufig auch ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis begründet. Eventuell können Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis die Suche verkürzen. Ansonsten sollten nach Möglichkeit mehrere Angebote von verschiedenen Unternehmen eingeholt werden. Ein solcher Service- und Preisvergleich ist mittlerweile auch über das Internet möglich. Das Spektrum reicht von persönlichen und regionalen Familienunternehmen über bundesweit vertretene Ketten bis hin zu Onlinebietern.

Eine Trauerfeier zu organisieren, ist mit vielfältigen Aufgaben verbunden, welche die Angehörigen in Absprache mit dem Bestatter durchaus gänzlich oder zu Teilen selber übernehmen können. Am Anfang steht die Wahl der Bestattungsart, meißt Erd- oder Feuerbestattung, und daraus folgend gegebenenfalls die Wahl des Friedhofs und der Grabstätte. In Abstimmung mit den städtischen oder konfessionellen Verwaltungen muss ein Termin und ein Ort für die Feier ausgemacht werden. Den eigenen Wünschen bzw. denen des Verstorbenen entsprechend sind Dekoration der Trauerhalle, Blumenkränze und -sträuße, Festredner und -musiker sowie ein Café oder ein Restaurant für das Trauerkaffee zu bestellen. Zuletzt müssen Einladungen entworfen und versandt werden. Zusätzlich sollen womöglich Zeitungsanzeigen geschalten und im Anschluss an die Feier Dankeskarten versandt werden.

Einige Zeit nach der Bestattung ist zunächst der Blumenschmuck von der Grabstätte zu entfernen. Im Regelfall hat dies nach sechs Wochen zu geschehen. Etwa ein halbes Jahr nach der Bestattung hat sich die Erde des Grabes ausreichend gesetzt, um den Grabstein zu errichten. Die meisten Friedhöfe schreiben eine regelmäßige Grundpflege der Grabstätte vor. Wenn dies aufgrund Zeitmangels oder großer Entfernung nicht geleistet werden kann, besteht die Möglichkeit mit der Friedhofsgärtnerei eine Dauergrabpflege zu vereinbaren.

Ämter und Behördengänge

Sterbeurkunde, Testament und Versicherung: einige Unterlagen sind bereits kurz nach dem Tod für Banken und Versicherungen notwendig und bei Behörden bzw. Ämtern zu beschaffen © PeJo - fotolia.comDer wichtigste Amtsweg ist das Beantragen der Sterbeurkunde beim Standesamt des Sterbeortes. Dort benötigt man in jedem Fall den Totenschein, den Personalausweis des Toten und die Geburtsurkunde. War der Verstorbene verheiratet bedarf es darüber hinaus der Heiratsurkunde, war er geschieden zusätzlich noch des Scheidungsurteils und war er verwitwet zusätzlich noch der Sterbeurkunde des Ehepartners. Es ist ratsam unmittelbar mehrere beglaubigte Kopien der Sterbeurkunde erstellen zu lassen, da Folgeurkunden meist günstiger sind als das erste Exemplar. Die Sterbeurkunde wird später vielfältig im Austausch mit Versicherungen, Banken oder auch (online) Dienstleistern benötigt. Darüberhinaus wird das Standesamt Nachfragen zu Testament und Vermögen des Verstorbenen stellen, welche es anschließend direkt an das zuständige Nachlassgericht übermittelt. Grundbesitz zählt im Sinne dieser Frage als Vermögen.

Bald nach der Beerdigung sollte die Testamentseröffnung am Nachlassgericht vorgenommen werden. Zuständig ist dabei das Amtsgericht des letzten Wohnorts des Verstorbenen. Wenn das Testament notariell hinterlegt wurde, geschieht die Eröffnung ohne zutun der Angehörigen. Sie werden im Regelfall anschließend postalisch über den Inhalt informiert. In nahezu allen Fällen gibt es dann Fragen und weiteren Klärungsbedarf, mit denen man sich an den zuständigen Rechtspfleger wenden kann. Zum ersten Gerichtstermin erhalten die Erben außerdem ein Formblatt, auf dem ein Vermögensverzeichnis einzutragen ist. Hier haben sie alle Vermögenswerte des Verstorbenen, Grundstücke, Bankguthaben oder veräußerbare Gegenstände, aufzuführen. Das Verzeichnis dient allein der Berechnung der Gerichtskosten.

Einige öffentliche Stellen sind zu kontaktieren, um den Verstorbenen dort abzumelden. Diese sind vor allem die GEZ und die Rentenversicherung, sofern der Verstorbene Rente bezog. Ebenfalls sollten bei der Rentenversicherung Ansprüche auf Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder die Kinder des Verstorbenen geprüft werden.

Erben werden außerdem zwangsläufig in Kontakt mit dem Finanzamt treten. Dieses erhält von Banken oder Versicherungen, die einer Meldepflicht unterliegen, Kenntnis vom Sterbefall und wird daraufhin die Erben kontaktieren. Das befreit die Erben jedoch nicht grundsätzlich von ihrer eigenen Anzeigepflicht gegenüber dem Finanzamt. Für die Bewertung eventuellen Grundbesitzes wird sich außerdem das für die Lage des Besitzes zuständige Finanzamt bei den Erben melden. Der pauschale Steuerfreibetrag liegt unabhängig von Steuerklasse und Verwandtschaft zum Verstorbenen bei mindestens 20.000 Euro für Geld- und zusätzlich 12.000 Euro für Sachvermögen. Für Ehepartner, Kinder oder Eltern liegen die Freibeträge noch einmal deutlich höher. Auch die Kosten der Beerdigung können vom zu versteuernden Vermögen abgesetzt werden. Sollte trotz dieser Freibeträge Erbschaftssteuer anfallen, ist die Beratung durch einen Steueranwalt ratsam.

Wohnung und Mietverhältnis

Wohnung

Mietvertrag: nicht nur eine Kündigung ist zu prüfen, auch Strom und Wasser bedürfen eine besonderen Bebachtung © VRD - fotolia.comDer Wohnung des Verstorbenen sollte sehr zeitnah ein Besuch abgestattet werden. Gibt es Pflanzen, sind diese zu versorgen, für Haustiere muss eine neue Unterkunft gefunden werden. Heizung, Gas, Elektrik lassen sich abschalten, möglicherweise offene Fenster sind zu verschließen. Kühl- und Vorratsschrank sollte auf Verderbliche Lebensmittel überprüft werden.

Es müssen darüber hinaus einige wichtige Dokumente des Verstorbenen ausfindig gemacht werden. Es bietet sich an, diese in einem dafür eingerichteten Ordner zu sammeln. Im Verlauf der folgenden Monate werden sie mitunter öfter von Bedeutung sein. Kurzfristig werden für das Standesamt der Personalausweis des Verstorbenen, dessen Geburts – und ggf. die Heiratsurkunde beziehungsweise das Scheidungsurteil oder die Sterbeurkunde des Ehepartners benötigt. Auch ein Zuhause aufbewahrtes Testament sowie Verfügen, zum Beispiel über die Art der Bestattung oder über Organspenden, sind den zuständigen Stellen etwa dem Nachlassgericht zu übermitteln. Mittelfristig sollten Bankkarten und Kontoauszüge, Versicherungs-, Miet-, Kredit-, Arbeits- und Bankverträge zur Hand sein. Besteht Zugang zum Computer und/oder elektronischen Postfach des Verstorbenen, sind diese auf möglicherweise noch ausstehende und nun zu stornierende Bestellungen und auf online abgeschlossene Verträge zu prüfen. Finden sich neben den Verträgen in der Wohnung ausgeliehene Bibliotheksmedien sind diese zurückzugeben. Auch Abholaufträge, wie z.B. Schuster oder Reinigung, müssen schnell erledigt werden.

Weiterhin werden Briefe, Werbesendungen und Zeitungen für den Verstorbenen eingehen. Daher sollte jemand, ein Nachbar womöglich, damit betraut sein, regelmäßig den Briefkasten zu prüfen. Alternativ kann auch ein Nachsendeauftrag bei der Post beantragt werden. Abonnements für Zeitschriften müssen gekündigt werden.

Bahnt sich für eine Eigentumswohnung einer längerer Leerstand an, kann es ratsam sein einen Bekannten oder Nachbarn um regelmäßige Besuche zu bitten, um die Gefahr eines Brandes, eines Einbruchs oder eines anderen Schadens, zum Beispiel eines Wasserschadens zu vermindern. Findet sich im Bekanntenkreis niemand zum Einwohnen, besteht die Möglichkeit auf Hauswächter zurückzugreifen. Nach diesem Konzept ziehen Fremde unter strengen Auflagen, jedoch dafür zu geringer Miete, in das ansonsten leerstehende Objekt ein.

Mietverhältnis. Der Verstorbene als Mieter

War der Verstorbene alleinlebender Mieter fällt der Mietvertrag den Erben zu. Diese haben nach Inkenntnisnahme des Todes ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht mit einer gesetzlichen Kündigungsfrist von drei Monaten. Gibt es mehrere Erben, müssen auch alle von ihnen die Wohnung kündigen.

War der Verstorbene Mieter, lebte aber mit dem Ehepartner oder anderen Mitbewohnern zusammen, erhalten diese ein Eintrittsrecht in den Mietvertrag. Das Eintrittsrecht des Ehepartners geht dem aller anderen vor. Der Berechtigte nimmt sein Recht automatisch war, es sei denn, er tritt gegenüber dem Vermieter binnen einer Monatsfrist davon zurück. Wird das Eintrittsrecht wahrgenommen, behält die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten ihre Gültigkeit, wird davon zurückgetreten, besteht die Pflicht die Mietsache umgehend zu räumen. Mit dem Mietvertrag werden auch eventuelle Altschulden des Mietverhältnisses übernommen.

Mietverhältnis. Der Verstorbene als Vermieter

Die Erben treten vollständig in die Pflichten des Verstorbenen ein. Dazu gehört auch, mögliche Versäumnisse wie ausstehende Abrechnungen aufzuholen. Gegebenenfalls muss ein Hausverwalter über die neuen Eigentumsverhältnisse informiert werden.

Arbeitsverhältnis

Der Verstorbene war Arbeitnehmer

Egal ob Angestellt oder Arbeitgeber: informieren Sie die Parteien über das Arbeitsverhältnis  © jörn buchheim - fotolia.comAuch der Arbeitgeber sollte als bald möglich über den Sterbefall informiert werden. Das Arbeitsverhältnis endet mit dem Tod automatisch. Es kann nicht vererbt werden. Noch ausstehende Forderungen nach Lohn oder Honoraren gehen aber auf die Erben über. Möglicherweise müssen die Erben außerdem Rechnungen nachreichen, um Auslagen des Verstorbenen erstattet zu bekommen.

Der Verstorbene war Arbeitgeber

Die Erben übernehmen die vollen Pflichten des Verstorbenen gegenüber dessen Angestellten. Im Idealfall hat der Verstorbene zu Lebzeiten vorsorge getroffen und über seine Nachfolge Klarheit geschaffen. Ist dies versäumt worden, ist nun juristische Beratung unausweichlich. Trat der Todesfall sehr plötzlich ein, kann es wichtig sein, Termine abzusagen und Geschäftspartner zu informieren.

Banken und Versicherungen

Sprechen Sie mit den Banken und Versicherungen. © Tiberius Gracchus - fotolia.comKonten, Depots oder Sparbücher bei Banken, werden von diesen bei Kenntnisnahme des Todes zunächst für weitere Zugriffe gesperrt. Einzige Ausnahme sind bereits vorher bestehende regelmäßige Abbuchungen für zum Beispiel die Miete. Erst wenn die Erben ihre Ansprüche zweifelsfrei nachweisen können, gestattet das jeweilige Finanzinstitut ihnen den Zugriff auf die Konten. Als Nachweis ist entgegen den AGBs vieler Banken nicht immer ein (teurer) Erbschein von Nöten. Ein eindeutiges Testament ist häufig ausreichend. Einfach ist es, wenn der Verstorbene noch zu Lebzeiten eine Kontrollvollmacht für seine Bankkonten ausgestellt hat. In diesem Fall sind weder ein Testament noch ein Erbschein notwendig.

Die Krankenversicherung sowie jeder andere an die Person des Verstorbenen gebundener Versicherungsschutz (zum Beispiel Rechtsschutzversicherung) wird mit dem Tod automatisch eingestellt. Sollten allerdings Angehörige mitversichert sein, dauert der Schutz bis zum Fälligwerden der nächsten Prämienzahlung an. Unter Umständen besteht für die mitversicherten Hinterbliebenen die Möglichkeit, in den Vertrag einzusteigen und sich den gewohnten Versicherungsschutz zu erhalten.

Sachversicherungen, wie etwa für das Kfz oder die Haftpflicht der Wohnung, gehen auf die Erben über und müssen von diesen gegebenenfalls gekündigt werden. Solange die jeweilige Sache jedoch nicht verkauft oder im Falle eines Autos ruhend gelegt ist, kann es ratsam sein, den Versicherungsschutz aufrecht zu erhalten. Bei Wohneigentum muss der Versicherer über möglichen langen Leerstand und ähnliche Änderungen des Versicherungsrisikos informiert werden.

Sollten mit dem Sterbefall Lebens-, Sterbe- oder Unfallversicherungen fällig werden, müssen diese, abhängig von der jeweiligen Vertragsgestaltung, innerhalb der ersten anderthalb bis drei Tage verständigt werden. Ansonsten kann es zu Verzögerungen oder sogar Abstrichen bei der Auszahlung kommen. Bei einer drohenden Auseinandersetzung mit dem Versicherer kann ein Versicherungsombudsmann vermitteln.

Virtueller Nachlass

Die meisten Menschen bauen sich mittlerweile im Internet bewusst oder unbewusst eine zweite, digitale Identität auf. Über Soziale Netzwerke, Homepages und E-Mailkonten entsteht ein facettenreiches Abbild einer Person, das auch nach deren Ableben weiter bestehen bleibt. Für die Hinterbliebenen ist die Auseinandersetzung mit dem virtuellen Nachlass oft befremdlich und mit zahlreichen Hürden verbunden. Denn auch für die Anbieter von Onlinediensten ist der Tod ihrer Nutzer ein oft wenig reflektiertes Themenfeld.

Idealerweise hat der Verstorbene noch zu Lebzeiten ein Verzeichnis darüber angelegt, auf welchen Seiten er Accounts besitzt, unter welchem Namen er dort angemeldet ist und wie das jeweilige Login-Kennwort lautet. Hat er das nicht, kann möglicherweise das Passwortverzeichnis seines Browsers ähnliche Auskünfte geben, sofern ein Zugriff auf den Computer möglich ist. Von Anbietern digitaler Testamente oder virtueller Tresore, die gegen Gebühr Login-Daten aufbewahren und nach dem Tod den Angehörigen übermitteln, ist abzuraten. Genauso gut kann ein solches Verzeichnis dem Testament angefügt werden, wo es auch weit besser vor unbefugtem Zugriff geschützt ist.

Da der Verstorbene leicht mehrere Dutzend Mitgliedschaften bei Onlinedienstleistern oder Forengemeinschaften angesammelt haben kann, ist es für die Hinterbliebenen sinnvoll zu selektieren. Denn um die Löschung oder Sperrung aller Profile zu erreichen, müsste der Todesfall gegenüber jedem Betreiber einzeln angezeigt werden. In anonymen Gemeinschaften, welche der Verstorbene nur unter einem Pseudonym besuchte, lässt sich dieser Nachweis mitunter schwierig erbringen. Wenn Profile in solchen Foren oder Onlinegemeinschaften unbeachtet weiterbestehen, birgt dies normalerweise weder für die Hinterbliebenen noch für das Andenken des Verstorbenen irgendwelche Risiken. Allerdings kann es im Sinne des Verstorbenen sein, auch enge virtuelle Kontakte über den Tod zu informieren und in seinem Namen Abschied zu nehmen.

Profile in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder Myspace sollten dahingegen nicht einfach unberührt fortbestehen. Nicht nur teilte der Verstorbene hier eventuell unter echtem Namen sehr persönliche Details, welche nicht immer Teil des öffentlichen Andenkens an ihn sein sollten. Auch schlagen solche Dienste ihren Mitgliedern immer wieder Bekannte und Freunde zur Kontaktaufnahme vor. Dies kann befremdlich und schmerzlich sein, in Fällen da der Vorgeschlagene nicht mehr am Leben ist. Große Anbieter entwickeln langsam kurze, möglichst unbürokratische Prozesse, um Angehörigen das Löschen solcher geisterhaften Profile zu ermöglichen. Im Zweifelsfall ist es aber dennoch notwendig sich zunächst an den Kundenservice zu wenden. Facebook bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Profile in Gedenkseiten umzuwandeln, bei denen Sichtbarkeit und die Möglichkeit zum Kommentieren auf die Freunde des Verstorbenen beschränkt sind. Hier ist zu beachten, dass nach einer solchen Umwandlung das Profil für Verwandte, die sich erst nachträglich bei Facebook anmelden, nicht mehr zugänglich ist, da Gedenkseiten keine neuen Freundschaften annehmen können.

Führte der Verstorbene einen Blog oder eine eigene Internetseite müssen die Angehörigen darüber entscheiden, ob die Inhalte erhalten bleiben oder aus dem Netz genommen werden und ob Besucher vom Tod in Kenntnis zu setzen sind. Soll eine Seite weiterbestehen, sind die Laufzeit und Konditionen des Vertrags mit dem Webspaceprovider zu beachten. Darüberhinaus geht die Haftung für Inhalte und Verlinkungen auf die Erben über. Hier gilt es im Zweifelsfall sachkundigen Rat einzuholen.

Schließlich ist es für die Erben noch wichtig Zugriff auf das E-Mailkonto des Verstorbenen zu erhalten, da sich hier Hinweise auf noch ausstehende Bestellungen, Rechnungen oder laufende Verträge finden lassen.

Erbe und Testament

Viele kennen es. Doch kaum einer hat eins: Das Testament. Mit diesem Dokument lassen sich die Wünsche des Verstorbenen über den Tod hinaus festhalten. © Dan Race - fotolia.comJeder Verstorbene hat immer einen oder mehrere Erben. Existieren weder ein Testament noch (entfernte) Verwandte gemäß der gesetzlichen Erbfolge, erbt der Staat. Zudem gilt jede Erbschaft als angenommen, sofern sie nicht binnen Sechs-Wochen-Frist nach Kenntnisnahme des eigenen Anspruchs ausgeschlagen wird. Für im Ausland lebende Erben gilt eine verlängerte Frist von sechs Monaten. Vererbt werden nicht nur Vermögenswerte sondern auch die Schulden und vertraglichen Verpflichtungen des Verstorbenen, etwa aus Mietverträgen oder gegenüber etwaigen Angestellten.

Da es sich bei der Erbschaftsfrage um eine komplexe und folgenschwere Entscheidung handelt, sollten die Hinterbliebenen sich rechtzeitig damit auseinandersetzen, wer von ihnen als möglicher Erbe in Frage kommt. Nur so lässt sich ausreichend Bedenkzeit in der relativ kurzen Ausschlagungsfrist sicherstellen. Sollten sich Zweifel oder zusätzliche Fragen einstellen, ist unbedingt eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.

In vollem Umfang greift die gesetzliche Erbfolge nur, sofern kein Testament vorliegt. Die Erbfolge ordnet potentielle Erben danach, in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie zum Verstorbenen standen. Die eine Hälfte des Erbes geht an den Ehepartner, die andere Hälfte an die Kinder des Verstorbenen. Vorrangig erbberechtigt sind Nachkommen des Verstorbenen, seine Kinder, Enkel oder Urenkel (Erben erster Ordnung). Existieren keine Nachkommen oder haben sie das Erbe ausgeschlagen, dann und nur dann sind die Eltern des Verstorbenen sowie deren weitere Nachkommen erbberechtigt (Erben zweiter Ordnung). Gibt es keine Erben erster oder zweiter Ordnung oder hat jeder von ihnen das Erbe ausgeschlagen, geht der Erbanspruch auf die Großeltern und deren Nachkommen (Erben dritter Ordnung) und von dort gegebenenfalls auf die Urgroßeltern und deren Nachkommen (Erben vierter Ordnung) über. Grundsätzlich gilt, dass immer nur die Angehörigen der jeweils niedrigsten Ordnung erben und alle anderen leer ausgehen.

Wenn nicht anders in einem Testament o.ä. festgehalten, um sich in wirtschaftlicher Hinsicht abzusichern, gelten für Bedarfsgemeinschaften (= eheähnliche Lebensgemeinschaft) besondere Regelungen. Wenn beide Parteien bis zum Tod des Verstorbenen zusammen lebten und der Hinterbliebene vom Verstorbenen bislang Unterhalt bekam, sind die Erben in den ersten 30 Tagen nach dem Erbfall verpflichtet, für den Unterhalt weiterhin aufzukommen. Wenn beide Partner zum Zeitpunkt des Todes eines Partners in einer dem Verstorbenen gehörenden Mietwohnung lebten, und sich dort das gemeinschaftliche Leben abspielte, kann der Hinterbliebene nun das Mietverhältnis fortsetzen.

Unter den Erben erster Ordnung stehen den Kindern des Verstorbenen jeweils gleiche Anteile zu. Sollte ein Nachkomme nicht mehr leben oder sein Erbe ausgeschlagen haben, geht sein Anteil nach dem gleichen Prinzip an seine Kinder über, die Enkel des Verstorbenen. Sind von den Enkeln ebenfalls nicht mehr alle am Leben können in gleicher Weise auch Urenkel des Verstorbenen erben.

Finden Erben zweiter Ordnung Berücksichtigung, stehen zunächst den Eltern des Verstorbenen jeweils gleiche Erbanteile zu. Ist ein Elternteil verstorben oder hat sein Erbe ausgeschlagen, geht sein Anrecht zu gleichen Teilen auf seine anderen Kinder über, die Geschwister des Verstorbenen. Sind von den Geschwistern ebenfalls nicht mehr alle am Leben können in gleicher Weise auch Neffen und Nichten des Verstorbenen erben. Nach dem gleichen Prinzip werden die Erben dritter Ordnung bestimmt, wobei in diesem Fall gleiche Anteile auf die vier Großeltern des Verstorbenen entfallen.

Der Ehepartner zählt erbrechtlich nicht zu den Verwandten des Verstorbenen und verfügt über ein eigenständiges Erbrecht. Der Erbanteil des Ehepartners kann sehr unterschiedlich ausfallen, abhängig vom Güterstand der Eheleute zum Zeitpunkt des Todes sowie Anzahl und Art der anderen Erben. In jedem Fall erbt der Ehepartner vollständig, wenn weder Erben erster noch zweiter Ordnung existieren.

Auch wenn ein Testament vorliegt, ist die gesetzliche Erbfolge nicht gänzlich ohne Belangen. Aus ihr ergibt sich der Pflichtanteil, den der Erblasser nur in herausragenden Ausnahmefällen versagen kann. Der Pflichtanteil beträgt die Hälfte dessen, was dem Erben der gesetzlichen Erbfolge nach zustehen würde.

Für die Erstellung eines Testament sollte im Regelfall ein Notar zu Rate gezogen werden. Ein notarielles und gerichtlich hinterlegtes Testament stellt zunächst sicher, dass der Wille des Erblassers größtmögliche Bindungswirkung hat. Außerdem befreit es die Hinterbliebenen von der Pflicht das Testament beim Nachlassgericht anzuzeigen, einem zusätzlich belastenden Behördengang. Schließlich senkt ein solches Testament die Kosten eines Änderungseintrags im Grundbuch, sollten Grund- oder Wohneigentum vererbt werden, und kann darüber hinaus die Kosten eines Erbscheins erheblich reduzieren.

Ein nicht-notarielles Testament muss immer handschriftlich niedergelegt werden und sollte auf jeder Seite unterschrieben und mit Ort und Datum versehen sein. Dies ist wichtig, da jüngere Testamente ältere Versionen außer Kraft setzen. Die gewünschten Erben sollten eindeutig benannt werden und ihnen ein pauschaler Anteil an der Erbmasse zugewiesen werden. Der Pflichtanteil ist zu beachten. Keinesfalls darf ein Testament nur eine Zuweisung von Wertgegenständen enthalten. Einzelne Gegenstände können bestimmten Personen in Form eines Vermächtnisses zugesprochen werden. Die Person muss ansonsten keinen Anteil des Erbes erhalten. Vermächtnisse können an Auflagen geknüpft werden, etwa die Pflege eines Haustieres.

Besteht Einigkeit unter den Erben, haben sie die Freiheit, sich über die Bestimmungen des Testaments hinwegzusetzen, sofern dies nicht zum Schaden Dritter geschieht oder gegen testamentarische Auflagen verstößt.

Achtung, Betrugsversuche

Betrug lauert auch beim Tod. © lassedesignen - fotolia.comLeider bleibt es nicht aus, dass Betrüger versuchen die schwierige Situation von Hinterbliebenen auszunutzen. So kann es vorkommen, dass die Erben ungerechtfertigte Rechnungen und Mahnungen empfangen oder (delikate) Sendungen erhalten, welche der Verstorbene nie bestellt hat. Die Betrüger setzen darauf, dass die Trauernden sich nicht mit diesen Forderungen belasten wollen und sie ungeprüft begleichen. Dem lässt sich ganz leicht entgegenwirken, denn zum Einen sind nur die tatsächlichen Erben verpflichtet, die Verbindlichkeiten des Verstorbenen zu begleichen. Zum Anderen schützt die Erben eine gesetzliche Prüf- und Bedenkzeit von 3 Monaten nach Annahme der Erbschaft, in der sie jede Zahlung verweigern können. Ein Zeitraum, der genutzt werden sollte, um alle Forderungen an den Verstorbenen genau zu prüfen, insbesondere jene, die erst nach Veröffentlichung des Todesfalles eingingen.

Ebenfalls kommt es vor, dass anhand von Traueranzeigen Einbrüche geplant werden. Deshalb ist es ratsam, die Wohnung des Verstorbenen nicht über einen längeren Zeitraum leerstehend zu lassen. Womöglich können Bekannte oder Verwandte die Wohnung einhüten oder ein Nachbar kann durch (wechselnde) Beleuchtung und das An- und Abschalten von TV- oder Radiogeräten den Anschein eines Bewohners erwecken. Eröffnet sich keine dieser Möglichkeiten, sollte das Engagieren eines Sicherheitsdienstes oder aber von Hauswächtern (siehe Kapitel 4.1) in Betracht gezogen werden.